ZU WENIG GLITZER

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... deswegen sind auf vielen meiner Arbeiten kleine Glitzerdetails zu finden, die einem Sujet das gewisse Etwas geben und dem Auge aus jedem Winkel ein Highlight bieten.

Man kann argumentieren, dass Glitzer nicht unbedingt nötig ist.
Das stimmt. Aber ehrlich gesagt ist das Leben ist zu kurz, um es ohne ein bisschen Glitzer zu verbringen, nicht? Wenn das Schicksal mir Steine vor die Füsse wirft, so stehe ich wenigstens mit beiden Beinen fest im Glitzer.
Mit Glitzer strahlt alles ein wenig heller und macht gleich mehr Freude.

Mit Glitzer kann ich nicht die Welt retten, aber sie wenigstens strahlender zaubern. Und das ist doch immerhin etwas.

"Peacock" 2017 - verschiedene Medien auf Papier, das wichtigste davon: Glitzer!

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BLUMENMEER

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Dies ist zur Zeit meine liebste Art eine Art-Journalseite zu füllen.
Wann immer sich auf meiner Palette noch überschüssige Farbe befindet, fülle ich damit eine Seite in meinem Journal, damit ich später einmal einen bereits vorbereiteten Untergrund zur Verfügung habe und einfach loslegen kann.
Die simplen und nicht unbedingt realistischen Blumenformen werden mit wasserfestem Marker auf dem Hintergrund und danach nach Lust und Laune weiter bemalt. Dafür benutze ich Acrylfarbe, Acrylinks, wasserfeste PITT Pens und/oder wasserlösliche Tombow Brush Pens... je nachdem, was gerade in Reichweite herumliegt.

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Mit einem Fineliner füge ich den Blütenblättern Linien oder Verzierungen hinzu. Dies ist eine sehr beruhigende und meditative Beschäftigung und eignet sich wunderbar dazu, sich nach einem anstrengenden Tag wieder zu erden oder in aller Ruhe seinen Lieblingspodcast, ein Hörbuch oder ein bisschen Musik zu hören. Man muss dabei nicht viel nachdenken, sondern kann einfach Linie um Linie malen. Mal schnell, mal langsam, eine nach der anderen.
Die Striche müssen weder gerade  noch exakt sein. Für mich wirkt so ein Bild umso lebendiger, wenn die Linien locker und sogar etwas wackelig sind.
Mein Anspruch dabei ist es, nicht ein besonders perfektes und botanisch korrektes Blumenbild zu malen, sondern mit Farben und Formen lustvoll zu experimentieren, einfach loszulassen und mit Freude im Prozess des Erschaffens zu versinken.

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Gerade an einem trüben Tag bringen diese bunten Blumen viel Farbe und Heiterkeit in den Alltag. Sie eignen sich als ein einfaches Zwischenprojekt, wenn ich nicht ganz so inspiriert oder zielgerichtet arbeiten mag, mich aber trotzdem kreativ beschäftigen und entspannen möchte.

Eine weitere Art, Farben aufzubrauchen und ein Blumenmeer zu zaubern, könnt ihr im folgenden Video im Schnelldurchlauf sehen. Hier werden die Blumenformen zuerst mit Farbe aufgemalt und erst später mit einem Stiften und Akzenten zum Leben erweckt:

KÜRBIS-PARTY

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Um eine Farbpalette und eine Idee für ein Bild besser umreissen zu können, greife ich manchmal auf Fotos zurück, die ich einmal geschossen habe und die mich ansprechen. Hier lasse ich mich von diversen Kürbisfarben, -formen und -texturen inspirieren, anhand derer ich Farben auswähle und sie durch Mischen miteinander kombiniere. Das hilft mir, im Gesamtbild ein harmonisches Zusammenspiel zu erreichen, obwohl der Hintergrund des Bildes zu Anfang noch sehr chaotisch beginnt.
Mir ist es wichtig, dass der Hintergrund nicht irgendwelchen Regeln folgen muss, sondern einfach Schicht um Schicht entstehen darf. Ich arbeite oft mit flüssigen Farben, die sich schwer kontrollieren lassen und einfach "ihr Ding machen", ohne dass ich den Verlauf steuern kann. Genau diese Unberechenbarkeit macht mir Freude und ist das Schönste am Schöpfungsprozess.

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Nach mehreren Schichten mit Hintergrundfarben beginne ich mit dem Einfügen von Bildelementen. Auch hier lasse ich mich wieder von meinem Bildmaterial leiten, gebe jedoch noch eine Prise Fantasie und eine Portion Humor dazu.
Anhand der folgenden "work in progress"-Bilder könnt ihr sehen, welche Phasen mein Bild durchläuft, bis die lustigen Kürbis-Buddies für ihre Party bereit sind.

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  1. Die Umrisse werden grob mit wasserlöslicher Kreide vorgezeichnet. Reste davon lassen sich später mit einem feuchten Lappen wegwischen oder werden direkt mit der Farbe vermalt.
  2. Colorblocking: grosse Flächen werden mit einer ersten Schicht Acrylfarbe bemalt. Hier geht es nicht um Exaktheit, sondern vielmehr darum, die Formen besser zu erkennen, sie eventuell zu korrigieren und eine erste Idee für die Farbenzusammenstellung zu bekommen.
  3. Die Kürbisse bekommen weitere Schichten Farben aufgemalt, ihre Gesichter treten deutlicher zutage. Nun geht es darum, mit mehreren Farbschichten den Hintergrund besser abzudecken. Ich mag es jedoch, wenn noch etwas von den Hintergrund-Layern zu sehen ist, denn so erhalten die Charaktere eine interessante Textur und fügen sich harmonisch ins Bild ein.
  4. Erste Schattierungen, Highlights und Farbverläufe werden eingemalt. Hier achte ich darauf, dass mein Pinselstrich die Texturen bzw. organischen Furchungen der Kürbisse ergänzt.
  5. Um die Kürbisse noch etwas besser vom Hintergrund abzuheben, bekommt dieser nun eine etwas hellere, leicht durchscheinende Lasur. Ich achte hier darauf, nicht den ganzen Hintergrund abzudecken, sondern ihn nur etwas einheitlicher gestalten.
  6. Es folgen weitere Schichten mit Acrylfarbe, um Leuchtkraft, Texturen und Akzente auf den Kürbis-Buddies zu vertiefen.
  7. Zum Schluss werden die Umrisse mit Stiften "versäubert". Dafür eignen sich Farbstifte mit hohem Wachsanteil, da sie gut auf der Acryloberfläche haften und diese nicht zerkratzen. Mit Feinarbeit werden nun noch Details aufgemalt, Schattierung intensiviert und mit einem flüssigen Gelstift Highlights angebracht, um die Charaktere etwas dreidimensionaler und lebendiger erscheinen zu lassen.
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Die Kürbis-Buddies wünschen

Happy Halloween!